NABU-Kreisverband Lahn-Dill Archivmeldungen
Die Natur braucht Freunde
Sie unterhalten Naturlehrpfade, pflegen Wiesen, erforschen die Tierwelt und bauen Nisthilfen für bedrohte Vogelarten. Gleichzeitig versuchen sie, Menschen durch Vorträge, bei Wanderungen und Info-Veranstaltungen für die Natur zu begeistern. 1797 Mitglieder hat der Naturschutzbund NABU bislang im Lahn-Dill-Kreis. Doch eine große Werbeaktion soll helfen, diese Zahl zu vergrößern.
An vielen Haustüren in den Städten und Gemeinden des Lahn-Dill-Kreis werden in den nächsten Wochen NABU-Mitarbeiter um Unterstützung für die lokale Naturschutzarbeit werben. Diese besondere Aktion erklärt Marko Dorndorf vom Kreisvorstand: „Der praktische Naturschutz stößt in der Bevölkerung auf eine große Akzeptanz. Der NABU will nun die Leute konkret ansprechen und um Unterstützung seiner ehrenamtlichen Arbeit bitten“. Nicht nur tatkräftige Hilfe kann der Naturschutzbund gebrauchen, auch finanzielle Förderung. Denn vom Flächenkauf bis hin zu Artenschutzprojekten oder Materialien für die Jugendarbeit ist nichts umsonst zu haben. „Dazu müssen wir auf die Menschen zugehen und sie für die Natur begeistern“, so Dorndorf weiter. Der Eschenburger betreut die Aktion. Hierbei wird ausschließlich um eine NABU-Mitgliedschaft mit freiwilligem Förderbeitrag geworben und über Naturschutzthemen berichtet. Ein fünfköpfiges Team von jungen Studenten bringt die Semesterferien ein, um Einwohner persönlich anzusprechen. Die eigentliche Naturschutzarbeit kommt dabei nicht zu kurz.
Seit über 100 Jahren setzt sich der Naturschutzbund für die Belange von Natur und Umwelt ein. Über 450.000 Mitglieder und Förderer unterstützen dabei den Verband bundesweit. Großer Beliebtheit erfreuen sich die NABU-Kampagnen zum „Vogel des Jahres“ oder „Die Stunde der Gartenvögel“. Der frühere Deutsche Bund für Vogelschutz besitzt im Lahn-Dill-Kreis eine lange Tradition. Im Kreisgebiet ist der Naturschutzverband mit mehr als 50 Gruppen vor Ort fast flächendeckend vertreten. Der praktische Naturschutz reicht von Hilfsmaßnahmen für Amphibien bis hin zum Fledermausschutz. Zahlreiche Projekte dienen der Erhaltung wertvoller Lebensräume für Pflanzen und Tiere.
Kreisweit besitzt der NABU über 270 Hektar Naturschutzflächen. Kleine Paradiese, die es ohne das ehrenamtliche Engagement des NABU nicht mehr geben würde. Sie zu schützen und zu erhalten haben sich die Mitglieder zur Aufgabe gemacht. Sie arbeiten erfolgreich mit örtlichen Landwirten und Schäfern zusammen und möchten die Menschen nicht aus der Natur aussperren.
Auch junge Naturschützer kommen im NABU nicht zu kurz. Die Naturschutzjugend NAJU bietet Kindern und Jugendlichen ein breites Angebot in Form von Zeltlagern und Fahrten. „In vielen Gruppen vor Ort gibt es spannende Angebote für junge Naturforscher. Der Spaß am entdecken steht dabei im Mittelpunkt“, so Kreisjugendleiterin Antje Wagner (Greifenstein).
Der Startschuss für die Werbewochen fiel am Montag im Dietzhölztal. Über Eschenburg, Haiger und Dillenburg wird die Aktion in den Südkreis fortgesetzt. Im Rahmen der Kampagne tragen die Studenten weiße T-Shirts mit NABU-Emblem und können sich ausweisen. Sie nehmen kein Bargeld an. Mit eigens dafür vorgesehenen Förder-Bögen, die gemeinsam mit interessierten Bürgern ausgefüllt werden, sind sie unterwegs. Dabei kann es vorkommen, dass es noch bis 21 Uhr an der Haustür klingelt, will man doch auch Berufstätige mit den Naturschutzanliegen erreichen. „Es geht um die Natur vor unserer Haustür und deren Erhalt“, hieß es. Für Fragen zur Mitgliederkampagne ist der Kreisverband unter Tel. 02774-912905, zu erreichen
Herbstwanderung des NABU-Lahn-Dill
vom 1. September 2007
Über 80 Teilnehmer konnte der Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes Lahn-Dill, Walter Veit, am 1. September in Offdilln zur Herbstveranstaltung des NABU begrüßen. Nachdem die Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins, Frau Margot Weigl und der Heimat- und Naturforscher Harro Schäfer die Gäste ebenfalls willkommen geheißen hatten, konnte die Wanderung beginnen. Harro Schäfer erläutere den Teilnehmern die Geschichte und das Genossenschaftswesen der Hauberge im Lahn-Dill-Kreis. Außerdem ging er auf die Besonderheiten von Flora und Fauna in diesem Lebensraum ein. Besorgt äußerte er sich über die Zukunft der Hauberge, da die Haubergswirtschaft nicht mehr lukrativ sei und ein hohes Maß an Idealismus erfordere. Er forderte, dass diese in Deutschland einmalige Landschaft durch öffentliche Mittel gefördert werden müsse. Dieter Fey zeigte den Teilnehmern das ?Lohschälen? und bot ihnen an, es selbst einmal zu versuchen. Bei der Wanderung lernten die Naturschützer auch den Kohlenmeilerplatz, die nach alter Tradition errichtete Köhlerhütte sowie die vom Heimat- und Geschichtsverein errichtete Keltensiedlung mit Rennofen, Backofen und Stele kennen. Dazu erhielten sie aufschlussreiche Erläuterungen von Frau Weigl. Außerdem führte der Weg an einer Haubergsfläche vorbei, auf der nach historischem Vorbild Korn angebaut wurde, das zwischen den Baumtrieben zu Hausten aufgesetzt war. Nach zweieinhalb Stunden war die Wanderung zu Ende und die Teilnehmer begaben sich ins Dorfgemeinschaftshaus, wo sie bereits mit einer deftigen Erbsensuppe und Kartoffelwaffeln süß und herzhaft erwartet wurden. Beim gemeinsamen Essen und dem gemütlichen Zusammensein danach klang die Veranstaltung aus.



